Das Feature

Kunst im Knast

Regina Kusch und Andreas Beckmann |
Seit einigen Jahren gehen die Künstler Bernhard Gaudian und Ricardo Zamorra regelmäßig ins Gefängnis, um mit jungen Strafgefangenen Theater zu spielen, Videos zu drehen oder zu malen. Die Häftlinge schreiben ihre Stücke selber und übernehmen auch die Regie. Sie einigen sich auf Themen und Motive für Fotoromane oder Wandmalereien, an denen bis zu fünf Leute arbeiten. Am Ende werden die Werke präsentiert und mit Mitgefangenen, dem Anstaltspersonal, dem Psychologen, dem Pfarrer diskutiert. "Kunst ist eine kreative Form, Empfindungen, Wahrnehmungen, Erfahrungen und Phantasien auszudrücken", begründen Gaudian und Zamorra ihr Konzept. "Bei uns sind sie nicht der Mörder von Finsterwalde oder der Schläger aus Wriezen, sondern junge Männer mit besonderen Fähigkeiten, aber auch mit besonderen Problemen." Die kommen in den Workshops zwangsläufig zur Sprache. Zum Beispiel wenn Ricardo Zamorra sich offen ausländerfeindlichen Angriffen stellt: "Die Jugendlichen suchen Resonanz, d.h. Anerkennung, aber auch Grenzen. Und die zeigen wir ihnen."