Poetische Dystopie von Olga Ravn

Die Angestellten

Mann mit Astronautenhelm, im Hintergrund Weltall-Illustration mit Planeten
Im Raumschiff 6000 verschwimmen die Grenzen zwischen Mensch und Maschine, während die Besatzung nach Identität und Heimat sucht. © Andreas Kuehn / Getty Images / Bearbeitung: Deutschlandradio/cg
Nach dem Roman von Olga Ravn |
Olga Ravn erschafft ein vielschichtiges Porträt der Arbeitswelt an Bord des Raumschiffs 6000. Dabei ergründet sie fundamentale Fragen nach der Natur der Arbeit, Identität und Menschlichkeit im technologischen Zeitalter.
Die Besatzung des Schiffs - Menschen wie Humanoide - eint eine tiefe Sehnsucht nach ihrer verlorenen Heimat. Diese Sehnsucht spiegelt sich in ihren Träumen und Erinnerungen wider und manifestiert sich in ihrer besonderen Beziehung zu bestimmten Objekten. Die Entfremdung von der Erde steht im Mittelpunkt und treibt die Charaktere zu einer rastlosen Suche nach Identität und Bedeutung in ihrer künstlichen Umgebung. Dabei verwischen zusehends die Grenzen zwischen Mensch und Maschine, was grundlegende Fragen aufwirft: Was macht uns menschlich? Wie gestaltet sich das Verhältnis zwischen biologischen und künstlichen Wesen?
Die Arbeitsbedingungen auf der 6000 sind von permanenter Überwachung und Kontrolle geprägt. Diese entmenschlichende Atmosphäre führt bei der Besatzung zu wachsendem Stress und schleichendem Realitätsverlust. In dieser sterilen Welt werden die wenigen persönlichen Gegenstände zu bedeutsamen Ankerpunkten - sie verkörpern Verbindungen zur Vergangenheit, Zukunft oder alternativen Realitäten. Während die Angestellten zunehmend ihre Selbstwahrnehmung verlieren, suchen sie verzweifelt nach Wegen, ihre Individualität in einem System zu bewahren, das sie auf ihre bloße Funktionalität reduziert.
Sie können diese Produktion sowohl in 3D Dolby Atmos als auch in einer binauralen Mischung erleben. Für das bestmögliche Klangerlebnis empfehlen wir, Kopfhörer zu verwenden.

Ursendung
Die Angestellten
Nach dem Roman von Olga Ravn
Übersetzung aus dem Dänischen: Alexander Sitzmann
Bearbeitung: Raha Emami Khansari und Henri Hüster
Mit: Raha Emami Khansari, Edith Saldanha, Iris Niedermeyer, Sebastian Hufschmidt, Gabriel Schneider, Jeanette Spassova, Taner Şahintürk, Benny Claessens, Angela Winkler, Mateja Meded
Besetzung: Kathi Bonjour
Regieassistenz: Swantje Reuter
Ton und Technik: Alexander Brennecke und Christoph Richter
Komposition: Florentin Berger-Monit und Johannes Wernicke
Regie: Henri Hüster
Dramaturgie: Christine Grimm
Deutschlandfunk Kultur 2025
Länge: 89‘28

Olga Ravn, geb. 1986 in Kopenhagen, dänische Autorin. Nach ihrem Studium an der Kopenhagener Autorenschule arbeitet sie als Schriftstellerin, Literaturkritikerin und Übersetzerin. Sie schreibt Lyrik, Romane und Essays. Für "Meine Arbeit" erhielt sie 2020 den Politiken-Literaturpreis. Ihre Werke, darunter der erfolgreiche Roman "Die Angestellten", verbinden verschiedene Genres und thematisieren Mutterschaft, Arbeit und gesellschaftliche Erwartungen.

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