Hörspiel des Monats März 2025
Echokammer
Von David Lindemann
Regie: der Autor
Mit: Lina Beckmann, Jeanette Spassova, Andreas Döhler, Claudius Steffens
Besetzung: Kathi Bonjour
Regieassistenz: Delia Lang
Ton: Jean-Boris Szymczak
Dramaturgie: Barbara Gerland
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2024
Länge: 56‘30
Hörspiel des Monats März 2025
Noch ist das Wetter stabil und die Biwakschachtel eine echte Zuflucht. © Tobias Schneider / EyeEm
Echokammer
56:34 Minuten

• Drama • Eine Berghütte auf 3.500 m: Die Journalistin Inge trifft den Gletscherforscher Franz. Flüsternde Krähenvögel auf dem Eis versprechen eine gute Story. Als das Wetter umschlägt und jemand dazukommt, führt das zur Katastrophe.
Begründung der Jury der Akademie der Darstellenden Künste:
"Die Journalistin Inge will einen Wissenschaftler interviewen. Ein Schneesturm hält die beiden in einer winzigen Berghütte gefangen. Als eine weitere Person hinzukommt, bahnt sich eine Katastrophe an. Die Geschichte entwickelt von der ersten Minute an einen Sog, dem wir uns nicht mehr entziehen konnten. Geschickt wird hier nicht nur dramaturgisch auf zwei Erzählebenen mit dem Geheimnis des Todes einer der drei Personen gespielt. Fährten werden gelegt, die nicht aufgeklärt, sondern deren Verfolgung einzig unserer Phantasie überlassen bleiben. Eine Verschwörung?
Die klaustrophobische Situation ist zu spüren, wir frieren beim Zuhören. Die Berghütte in Eis und Schnee wird gegenwärtig. Auf Musik verzichtet 'Echokammer' fast gänzlich und lässt uns so stärker auf die Handlung konzentrieren. In der Geschichte der drei Personen verschwimmen, verschieben sich Grenzen zwischen Täter und Opfer. Erwartungshaltungen werden konterkariert. Der Stoff provoziert Fragen. Etwa: Was ist ein Menschenleben wert? Wer ist ein schlechter, wer ein guter Mensch, gibt es diese Kategorien überhaupt? Darf sich der- oder diejenige, der/die moralisch im Recht scheint, über die anderen stellen? Es ist selten geworden, dass auf Fragen nicht gleich passende Antworten folgen. Das ist die Kunst von 'Echokammer'. Unterhaltung im besten Sinne."
David Lindemann, geboren 1977 in Herford, Theaterautor. 2003 wurde sein erstes Stück „Koala Lumpur“ mit dem Autorenpreis des Berliner Theatertreffens ausgezeichnet. Lindemanns Stücke wurden unter anderem an der Volksbühne Berlin, am Maxim Gorki Theater Berlin und am Burgtheater Wien uraufgeführt. Mehrere Hörspiele für Deutschlandfunk Kultur, zuletzt „Freak Volk“ (2020), „Oslower Straße“ (2021), „Der Damm” (2022) und „Rosie Future” (2023). David Lindemann lebt in Berlin.