Konsum und Konkurs (3/6) - Abschiedstour durchs Warenhaus (3/6)

    Herrenkonfektion

    Das Ring-Center in Berlin ist frontal zu sehen. Darauf steht: Galeria Kaufhof. Die Form des Gebäudes ist rund, wir schauen auf den Eingang. Die Filiale ist ausgeschnitten und vor einen Hintergrund gelegt, der an eine Retro-Tapete aus den 70ern erinnert
    Das Ring-Center in Berlin © imago / Berlinfoto / Grafik Deutschlandradio [M] uo
    Von Manuel Gogos und Christoph Spittler |
    Für die heranwachsenden Autoren war der Gang in die Umkleidekabine unter den Augen von Mutter und Verkäufer eine Tortur. Konventionelles Herren-Bild und reicher Männer-Club prägen das Warenhaus-Schicksal bis heute.
    Von Müttern mit uncoolen Bundfaltenhosen versehen und vom provinziell-eleganten Verkäufer auf Sitz und Größen kommentiert, gingen beide Autoren lange Zeit der Warenhauswelt verloren. Der Verkäufer in seiner ihm eigenen Kaufhaus-Eleganz ist Repräsentant einer Welt konventioneller Männlichkeit, deren Könige die „Wunderwuzzis“ sind: Gauner, Granden und Gründerfiguren wie Benko, Middelhoff oder wie Wertheim sind Männer, die gigantische Globen auf ihren Kaufhausdächern positionieren, auf Yachten mit Politikern mauscheln und Champagner-Partys in St.-Tropez abhalten.

    Konsum und Konkurs. Abschiedstour durchs Warenhaus (3/6)
    Teil 3: Herrenkonfektion
    Autoren: Manuel Gogos und Christoph Spittler
    Regie: Philippe Brühl
    Deutschlandfunk 2025

    Zu Teil 4 der Serie Konsum und Konkurs. Abschiedstour durchs Warenhaus

    Teil 5 am 22.05.2025, 20.30 Uhr, Deutschlandfunk

    Manuel Gogos, 1970 in Gummersbach geboren, ist Sohn deutsch-griechischer Eltern und lebt in Bonn. Der promovierte Literaturwissenschaftler ist Autor und Ausstellungsmacher.
    Zu seinen Arbeiten gehören zahlreiche Radio-Features, Fernseh-Dokumentationen und u.a. das von der Kulturstiftung des Bundes initiierte »Projekt Migration« für das Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland e.V. (DOMiD).
    Gogos war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Germanistischen Seminar der Universität Bonn, Literaturkritiker und hatte Lehraufträge u.a. an der Humboldt-Universität.

    Christoph Spittler, geboren 1969 in Niedersachsen und aufgewachsen in Salzgitter-Bad, ist seit seinem Ethnologiestudium begeisterter Milieusurfer. Seit Anfang der 90er lebt er in Berlin. Überall entdeckt er fremde Kulturen und ist fasziniert von Glanz und Elend des globalen Kapitalismus. Seit 1993 hat Spittler zahlreiche Radio-Features produziert, zuletzt „Böse Orks, gierige Ferengi“ über Rassismus in Fantasy und Science Fiction (2024) sowie „Vermaledeit seyst du. Geschichte der Hassrede“ (2023) „Going native. Die Faszination des kulturellen Seitenwechsels“ (2022) im Deutschlandfunk.

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