Konsum und Konkurs (5/6) Abschiedstour durchs Warenhaus

    Basement

    Das ehemalige Kaufhaus Wertheim in Berlin ist zu sehen. Die Fassade erinnert an eine Kathedrale: Hohe Rundbögen und gotische Säulen. Die Filiale ist ausgeschnitten und vor einen Hintergrund gelegt, der an eine Retro-Tapete aus den 70ern erinnert.
    Das ehemalige Wertheim in Berlin am Leipziger Platz, dessen Keller später zum Club Tresor wurde © picture alliance / Hubert Link / Grafik Deutschlandradio [M] uo
    Von Manuel Gogos und Christoph Spittler |
    Antisemitismus und Techno. Anfang der 1990er Jahre wurde das Kaufhausrelikt „Tresor“ zur Wiege der Technokultur, mit weltweiter Strahlkraft. Die Autoren können sich selbst an durchtanzte Nächte dort erinnern. Das über den Tresoren befindliche Kaufhaus Wertheim wurde von den Nazis arisiert, später abgerissen. (309)
    Im Berlin der roaring twenties galt das Wertheim als „Konsumtempel“ mit höherem Glamourfaktor als das heutige KaDeWe. Doch die Besitzer waren jüdisch. Wer konnte, ging ins Exil, drei Mitglieder der Familie wurden in Auschwitz ermordet. Das Gebäude wurde nach dem Krieg abgerissen, es blieb nur der Tresorraum in seinem Dornröschenschlaf. Und auch der ist heute weg, nur die Tresortür steht noch im Humboldt Forum, als Museumsding.
    Dimitri Hegemann stieß im ehemaligen Todesstreifen zwischen Berlin Ost und West bei einer Expedition ins Niemandsland auf diesen Lost Place. Er beschreibt seine Entdeckung wie das Eindringen in die Grabkammer einer Pyramide.

    Konsum und Konkurs. Abschiedstour durchs Warenhaus (5/6)
    Teil 5: Basement
    Autoren: Manuel Gogos und Christoph Spittler
    Regie: Philippe Brühl
    Deutschlandfunk 2025

    Zu Teil 4 der Serie Konsum und Konkurs. Abschiedstour durchs Warenhaus

    Teil 6 am 22.05.2025, 20.30 Uhr, Deutschlandfunk

    Manuel Gogos, 1970 in Gummersbach geboren, ist Sohn deutsch-griechischer Eltern und lebt in Bonn. Der promovierte Literaturwissenschaftler ist Autor und Ausstellungsmacher.
    Zu seinen Arbeiten gehören zahlreiche Radio-Features, Fernseh-Dokumentationen und u.a. das von der Kulturstiftung des Bundes initiierte »Projekt Migration« für das Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland e.V. (DOMiD).
    Gogos war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Germanistischen Seminar der Universität Bonn, Literaturkritiker und hatte Lehraufträge u.a. an der Humboldt-Universität.

    Christoph Spittler, geboren 1969 in Niedersachsen und aufgewachsen in Salzgitter-Bad, ist seit seinem Ethnologiestudium begeisterter Milieusurfer. Seit Anfang der 90er lebt er in Berlin. Überall entdeckt er fremde Kulturen und ist fasziniert von Glanz und Elend des globalen Kapitalismus. Seit 1993 hat Spittler zahlreiche Radio-Features produziert, zuletzt „Böse Orks, gierige Ferengi“ über Rassismus in Fantasy und Science Fiction (2024) sowie „Vermaledeit seyst du. Geschichte der Hassrede“ (2023) „Going native. Die Faszination des kulturellen Seitenwechsels“ (2022) im Deutschlandfunk.

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